Check in and find out

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Der Flug verläuft ohne nennenswerte Probleme und Verzögerungen.

Mein Shuttle-Service erwartet mich bereits mit erhobenem Schild und nachdem ich noch am Flughafen Geld und eine SIM-Karte besorgt habe, bringt er mich nach 45 Minuten entspannter Fahrt in einem neuen E-Auto für 13 € zu meinem Hotel.
Mein Motorrad sehe ich bereits vor dem Haupteingang stehen, muss aber warten. Schlaf ist nötig. In Deutschland ist es 4 Uhr morgens. Nach einem verspäteten Frühstück kommt dann beim Blick in die Motorradkoffer endlich der Augenblick der Erkenntnis. 

Nach der Email der Transportfirma hatte ich ja schon mit allem gerechnet, aber damit absolut nicht.
Nun, es war gut und richtig vor etwa 14 Tagen die Entscheidung getroffen zu haben die verbleibende Zeit mit Ersatzkäufen zu nutzen, erinnere ich mich doch noch zu genau an den 
zeitlichen Aufwand was allein die Beschaffung eines Ersatzteils über Russland im letzten bedeutet hatte, doch nun in die geöffneten Koffern zu blicken macht ich mich ein kleines Stück fassungslos. 
Es fehlt bis auf einen Teller absolut nichts. Nicht nur die explizit in der Liste aufgeführten und als Gastgeschenk vorgesehenen 15 kleinen Taschenlampen sind vorhanden sondern auch das Klappmesser meines im letzten Jahr gestorbenen Freundes.
Ich beginne auszusortieren was ich als  Geschenk zurücklassen oder letztendlich entsorgen werde. 30 Kilogramm Gepäck, das sich dann, wie eigentlich von Anfang an gedacht, auf fast nur noch die Motorradbekleidung reduziert.
Nun habe ich zwar doppelt soviel Ersatzteile wie vorgesehen, aber mit einem kleinen lächelnden Zwinkern weiß ich auch, dass es Motorräder gibt bei denen man es gebrauchen könnte und wer weiß wofür eine zweite Luftmatratze oder ein weiterer Campingstuhl noch gut sein können.
Zwinker aus.
Den Rest des Tages verbringe ich unter anderen damit mir ein Permit, also eine Genehmigung zu besorgen mit der ich auch in grenznahe Gebiete, insbesondere nach China fahren darf. Heute ist in Kirgistan allerdings Feiertag und da die Bearbeitung 4-5 Tage dauern soll, lasse ich mir das Permit nach Naryn senden, der nächsten Stadt auf meiner Route.

In einem nahen Biergarten namens „Steinbräu“ lasse ich den Tag bei guter, live gespielter Saxophon-Musik ausklingen.

Ich sehe, dass man Haxen und Weißwurst kann und finde das dann auch in Lammkeule und Bier bestätigt. Es gibt also keinen Grund sich beschweren zu wollen, denn die 30 Kilogramm musste ich Gott sei Dank ja nicht selbst nach Bishkek schleppen und für den Rest gibt es Abende wie diesen.